Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis für Henning Mankell

Christian Felsner am 18. September 2009 - Keine Kommentare
Christian Felsner

Seit 1991 verleiht die Stadt Osnabrück alle zwei Jahre den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis. Er geht an Künstler und Journalisten, die sich mit ihrer Arbeit in besonderer Weise um den inneren und äußeren Frieden verdient gemacht haben. Der glückliche Preisträger heißt in diesem Jahr Henning Mankell (zweite Silbe betonen!). Heute Vormittag / am Freitag wurde ihm der Preis im Rathaus überreicht. Der schwedische Schriftsteller ist vielen durch seine Kriminalromane bekannt – und nicht zuletzt auch durch die große Liebe zu seiner Wahlheimat Mosambique in Afrika. Den Sonderpreis bekam der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss – ebenfalls für ein Werk, das in Afrika spielt. Christian Felsner hat mit den beiden Preisträgern gesprochen.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Henning Mankells Verbindung zu Afrika hat bereits eine lange Geschichte: Vor fast vier Jahrzehnten reiste der 1948 in Stockholm geborene Literat zum ersten Mal nach Guinea-Bissau. Afrika ist seine zweite Heimat geworden, und Mankell engagiert sich bis heute unermüdlich für die Belange der Menschen in Afrika. Für sein literarisches Afrika-Werk hat Henning Mankell nun von der Stadt Osnabrück den mit 25.000 Euro dotierten Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis verliehen bekommen. Besonders erfreut zeigte er sich über die politische Dimension des Preises:

Mankell_Preis – Politik

In seinen Büchern über Afrika hat sich Henning Mankell intensiv mit den Problemen des Kontinent auseinandergesetzt. Hervorzuheben sind dabei unter anderem „Der Chronist der Winde“ und „Die flüsternden Seelen“. Die in Afrika bis heute spürbaren Spätfolgen des Kolonialismus, Kriege und Hungersnöte, das sind jene Afrika-Erfahrungen, die Henning Mankell in einer Auffassung bestätigt haben: Armut ist eine zentrale Ursache für viele Probleme:

Mankell_Armut

Den mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis bekam in diesem Jahr der schweizer Dramatiker Lukas Bärfuss. Gerade unter dem Aspekt „Frieden“ sieht auch er seine Auszeichnung nicht so sehr als Literaturpreis. Er verknüpft damit viel mehr eine wichtige Verantwortung:

Bärfuss_Friede und Verantwortung

Geehrt wurde Lukas Bärfuss für seinen Roman „Hundert Tage“. Darin geht es um den Bürgerkrieg in Ruanda 1994 und die Verstrickung Europas in den Konflikt. Dass Armut und dadurch verursachte Kriege in Afrika auch die Menschen in der westlichen Wohlstandswelt etwas angehen, diese Auffassung teilt auch Bärfuss´ Kollege Henning Mankell. Besonders schmerzt ihn in diesem Zusammenhang die politische Gleichgültigkeit vieler Europäer. Wegsehen sei einfach, etwas zu tun zeuge dagegen von Vernunft.

Mankell_Entscheidung

Das jahrelange Engagement für Afrika hat dazu geführt, dass Henning Mankell in Mosambique mittlerweile ebenso zu Hause ist wie in seinem Heimatland Schweden. Ständig reist der Schriftsteller zwischen Europa und Afrika hin und her. Für ihn kein Stress, sondern ein notwendiger Bestandteil des Lebens:

Mankell_Europa-Afrika

Ob Schweden oder Mosambique – Henning Mankell liebt beide Länder gleichermaßen. Dasselbe gilt für sein literarisches Repertoire: Alle bisher von ihm verfassten Werke sind ihm gleichermaßen wichtig. Egal, ob es nun seine Bücher über Afrika oder die berühmten Wallander-Kriminalromane sind.

Mankell_Bücher

Bleibt abschließend noch die Frage, was Henning Mankell mit den 25.000 Euro Preisgeld zu tun gedenkt. Er zeigt sich selbstlos:

Mankell_Preisgeld

Heute/am Freitag bekam der schwedische Schriftsteller den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück. Der Sonderpreis ging an den Schweizer Dramatiker Lukas Bärfuss. Beide Preisträger wurden für ihr Afrika-Engagement geehrt. Das war ein Bericht von Christian Felsner.

Button - Herunterladen

Sag deine Meinung!

Kategorien