Imam Weiterbildung an Uni Osnabrück

Wolfgang Rakers am 26. Februar 2010 - Keine Kommentare
Wolfgang Rakers

Etwa vier Millionen Muslime leben in Deutschland. Bei ihrer religiösen und kulturellen Erziehung, aber auch bei der Integration in die Gesellschaft spielen die Imame eine bedeutende Rolle. Imame sind traditionelle Vorbeter beim Gottesdienst, geben Lebenshilfe und informieren über Glaubensfragen. Um die Aufgaben ihrer herausgehobenen Stellung optimal zu erfüllen, brauchen sie unter anderem fundierte Kenntnisse über die gesellschaftlichen, sozialen und religiösen Strukturen in Deutschland. Wolfgang Rakers hat nachgeforscht, wie sie dieses Wissen erwerben können.

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Bei der Weiterbildung von Imamen nimmt die Universität Osnabrück eine Vorreiter-Rolle ein. Ab Wintersemester 2010 bietet sie als erste Hochschule in Deutschland ein einjähriges Fortbildungsprogramm in drei Stufen. Zur Vorbereitung weiterer islamischer Hochschulausbildung findet an diesem Wochenende eine internationale Tagung statt. Warum die Imame für die Integration der Korangläubigen in Deutschland so wichtig sind, erläutert der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann:

(O-Ton Teil 1, 24 sec.)

Das Weiterbildungs-Projekt soll nach bisheriger Planung drei Jahre lang laufen. Darüber hinaus empfiehlt der Wissenschaftsrat,  hier am Ort ein „Institut für islamische Studien“ einzurichten. Das würde der islamischen Theologie einen vergleichbaren Rang zur katholischen und evangelischen Theologie schaffen. Warum ausgerechnet Osnabrück als Standort für die universitäre Ausbildung gewählt wurde, begründet Uwe Schünemann:

(O-Ton Teil 2, 13 sec.)

Die Einrichtung eines islamischen Instituts würde nach Einschätzung der Verantwortlichen fünf bis sechs Lehrstühle erfordern. Damit wären Startkosten von etwa einer Million Euro verbunden. Doch vorher müssen sich alle Beteiligten über Strukturen und Inhalte von Lehr- und Forschungsprogrammen einigen.

(O-Ton Teil 3, 28 sec.)

Die Aus- und Weiterbildung von Imamen erfüllt über Lehre und  Forschung hinaus noch einen weiteren, wichtigen Gesichtspunkt. Noch gibt es in der Bevölkerung große Vorurteile gegenüber Muslimen. Sie werden fast täglich genährt und bestätigt von Schreckensnachrichten aus aller Welt. Fanatische Anhänger des Islam zerstören durch Terror bewusst das Bild einer friedlichen und toleranten Glaubensgemeinschaft. Die verstärkte Einwirkung muslimischer Theologen mit einer umfassenden Hochschulausbildung könnte dieses Bild zum Besseren wandeln:

(O-Ton Teil 4, 24 sec.)

Mit der internationalen Tagung zur Imam-Ausbildung setzen Kultus- und Wissenschaftsministerium, das Bundesamt für Migrationsfragen, die Universität Osnabrück und islamische Verbände ein deutliches Zeichen. Es gilt, über Glaubensfragen hinaus aus dem Nebeneinander großer Gesellschaftsgruppen ein Miteinander zu machen. Ein Miteinander, das anderen Regionen der Welt als Vorbild dienen könnte.

Wolfgang Rakers berichtete über die internationale Tagung zur Imam-Ausbildung. Ein langfristig angelegtes Projekt, bei dem das Land Niedersachsen und speziell die Universität Osnabrück eine Vorreiterrolle spielen. Zugleich ist es ein Pilotprojekt für mehrere andere Orte in Deutschland, die an gleichen Aufgaben arbeiten.


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