Bekämpfung des Klimawandels durch Bildung

Silke Tenberg am 31. März 2010 - Keine Kommentare
Silke Tenberg

Bildung für nachhaltige Entwickelung ist schwer in Mode – zumindest rhetorisch. Nur was das genau ist, wo diese Bildung passieren soll und wer dafür zahlt, das scheint noch nicht ausdiskutiert. Viele Akteure im Bildungsbereich aber finden: junge Menschen müssen lernen, Entscheidungen zu treffen, die Klima und Ökosysteme unseres Planeten nicht weiter zerstören. Und zwar jetzt! Silke Tenberg berichtet, wo wir derzeit im Punkto „klimafreundliche Bildung“ stehen.

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In der Politik ist es mittlerweile Thema: Der Klimawandel

Auch die Wirtschaft reagiert mit der Einführung von Hybridautos und klimafreundlichen Produktionsmethoden auf die Zeichen der Zeit.

Damit der Klimawandel sich auch im Bewusstsein der Gesellschaft festsetzt, hat die Halbzeitkonferenz der UN beschlossen, das Thema Klimawandel verstärkt in die Bildung zu integrieren. Wasser, Energie, der Verlust der Bio-Diversität, Nahrungsmittelkrisen.. all das soll zukünftig Gegenstand in den Schulen der UN-Mitgliedsstaaten sein. Ein guter Plan, doch die Realität für Lehrer in Deutschland sieht bisher anders aus.

O-Ton

Doch dabei sind es ja gerade die jungen Menschen, die von den Folgen des Klimawandels  betroffen sein werden. Die Schüler sollten so früh wie möglich für Klimathemen sensibilisiert werden und sie müssen das Handwerkszeug erlernen, um der Klimakatastrophe entgegenzuwirken.

Zahlreiche Ansätze zeigen, wie das funktionieren kann.

Das Poweradoprojekt nutzt moderne Lerntechniken wie e-learning um Schülerinnen und Schüler, sowie und Lehrkräfte für erneuerbare Energien zu begeistern.

Umweltschulen.de eine Internetplattform bietet Materialien und unterstützt Schulen bei der Umsetzung von Projekten.

Interessant ist auch die niedersächsische Lernanstalt NILS – Praktisch und Selbst, so lautet das Motto, so Rüdiger Schanz, Physiklehrer und Mitarbeiter bei NILS

O-Ton

Wer in der 5. Klasse schon Solarboote baut, würde sich vielleicht auch später gerne intensiver mit Solarenergie beschäftigen. Aus diesem Grund versuchte die Lernwerkstatt ihre Inhalte möglichst tief in den Schulen und Schulfächer zu verankern und entdeckte eine Lücke im niedersächsischen Schulsystem.

O-Ton

Wie viel Emissionen blasen wir in Europa eigentlich in die Luft? Über welche ökonomischen Ressourcen verfügen die Kontinente, um Maßnahmen zur Reduktion des CO2 Ausstoßes zu ergreifen? Die Solarwerkstatt Famos und das Ökozentrum Langenbruck veranstalten eine simulierte Weltklimakonferenz auf der verschiedene CO2-Reduktionsstrategien global verhandelt werden. Jugendliche begeben sich spielerisch in die Rolle der staatlichen Akteure und erleben durch eigene Erfahrung in welchen Dimensionen sich Klimapolitik abspielt.

O-Ton

So Otto Ulrich vom Institut für kreative Technologien und humane Entwicklung, der das Spiel mitentwickelt hat.

Viele Ansätze und Ideen, doch häufig beschränken sie sich auf wenige Schulstunden oder Projekttage. Die Projekte und engagierte Einzelpersonen leisten einen wichtigen Beitrag, eröffnen neue Blickwinkel, geben Denkanstöße, bewirken Veränderungen.

Nachhaltigkeit, Klimawandel und erneuerbare Energien in die Schulen tragen, was Bund und Länder erst langsam umsetzen, fordert die Umweltbewegung schon seit langem.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Verantwortlichen schnell besinnen und den Klimawandel tatsächlich in die Lehrpläne integrieren. Bis dahin, liegt es an jedem selbst, die Verantwortung für unser Klima ernst zu nehmen, sich entsprechend zu informieren und auch die Kinder und Jugendlichen auf die Wichtigkeit dieser Themen hinzuweisen.


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