Jahrestagung des P.E.N. Deutschland

Marion Scholz am 29. April 2010 - Keine Kommentare
Marion Scholz

Der P.E.N. ist eine internationale Schriftstellervereinigung und umfasst 145 Zentren auf der ganzen Welt. Die Vereinigung setzt sich für die Bekämpfung von Rassen- Klassen- und Völkerhass ein und unterstützt verfolgte Schriftsteller. Ende Mai versammeln sich über 100 Schriftsteller, Autoren und Herausgeber in Osnabrück zu der zu der deutschen P.E.N. – Jahrestagung. Mehr dazu von Marion Scholz:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Unter dem Motto „Schriftsteller zu Gast in der Friedensstadt“ dreht sich in Osnabrück an vier Tagen alles um Literatur. Das Programm besteht aus einem nicht-öffentlichen Teil, der nur den Mitgliedern des P.E.N. vorbehalten ist und einem öffentlichen Teil, zu dem alle Lektüreinteressierten herzlich eingeladen sind. Johano Strasser, der Präsident des P.E.N. Deutschland gibt einen Überblick über dieses Programm. Es beginnt am Donnerstag, den 27. Mai…

O-Ton Johano Strasser I:

„Mit einer Veranstaltung zu unserer Arbeit für verfolgte Schriftsteller. Hier werden eine Reihe von Autoren auftreten. Aus der Türkei, aus dem Iran…“

Der P.E.N. engagiert sich weltweit für mutige Schriftsteller, die sich mit ihrem geschriebenen Wort gegen Willkür und Zwangsherrschaft auflehnen und unangenehme Wahrheiten niederschreiben. Dazu arbeitet er u. a. mit Menschenrechtsorganisationen wie „Amnesty International“ zusammen. Denn oft setzen Schriftsteller ihre Existenz oder die ihrer Familien auf Spiel, weiß Johano Strasser. Klassische Drohungen sind beispielsweise:

O-Ton Strasser II:

[Zitatanfang] „Wenn Sie weiterhin so kritisch schreiben, könnte Ihrer Tochter, die in die Schule geht, mal was passieren! [Zitatende] Wer hält das durch? Und wenn man all diese Tatbestände zusammenzählt, geht das sicherlich in die Tausende.“

Aus diesem Grund ist ein Schwerpunkt der Tagung die Verfolgung von Schriftstellern und der Kampf um ihre Meinungsfreiheit. Bei der öffentlichen Auftaktveranstaltung „Poesie ist Befreiung“ am 27. Mai nimmt auch die türkische Autorin und Soziologin Pinar Selek teil. Sie wird aus ihren Texten lesen und aus ihrer Heimat berichten. Ende der 90iger Jahre wurde sie wegen angeblicher Propagandaarbeit für die PKK verhaftet. Sie ist schwer gefoltert worden und im Gefängnis wurde ihr ein Bombenanschlag auf den Istanbuler Gewürzmarkt unterstellt. Johano Strasser, kennt die bedrückende Situation Pinar Seleks:

O-Ton Strasser III:

„…die in der Türkei, nachdem sie zwei Mal in derselben Sache schon freigesprochen worden ist und der Nachweis erbracht worden ist, dass die Anschuldigungen eines Attentats völlig absurd und konstruiert sind, jetzt noch ein Mal vor dem obersten Kassationsgericht…“

Der P.E.N. hat die Öffentlichkeit zur Unterstützung von Pinar Selek aufgerufen. Es gibt Listen, in die man sich eintragen kann. Neben ihr werden zwei weitere Autoren aus dem Iran und aus China vertreten sein. Wem die Auftaktveranstaltung zu schwere Kost ist, dem sei die „Literatur im Gespräch“ am Freitag, den 28. Mai empfohlen und die „Lyrikmatinee“ am Samstag, den 30. Mai. Dann gibt es Literaturkritik und es werden Gedichte vorgestellt.

Das war Marion Scholz über die deutsche P.E.N. – Jahrestagung vom 27. bis 30. Mai in Osnabrück. Zum öffentlichen Teil der Veranstaltungen sind Interessierte herzlich eingeladen zu Lesungen, Literaturkritik und einer Lyrikmatinee. Das Programm gibt es auf der Internetseite des P.E.N. oder der Stadt Osnabrück.


Sag deine Meinung!

Kategorien