Bücher aus dem Feuer – Bücherverbrennung 1933

Wolfgang Rakers

Verleumdet, verfolgt, verbrannt. Schon kurz nach der sogenannten „Machtergreifung“ kamen die Werke von 94 unliebsamen Schriftstellern buchstäblich auf den Scheiterhaufen. Am 10. Mai 1933 startete in 22 großen deutschen Städten die „Aktion wider den undeutschen Geist“. Zehntausende Bücher der verfemten Autoren wurden mit pathetischen „Feuersprüchen“ den Flammen übergeben. 77 Jahre später hat die Erich-Maria-Remarque-Realschule Osnabrück die Erinnerung an diesen Tag wieder einmal wach gehalten. Wolfgang Rakers berichtet.

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Der damalige Tag lässt sich heute treffend als „Aktion des deutschen Ungeistes“ beschreiben. Auch Erich Maria Remarque stand damals auf der schwarzen Liste. Sein Anti-Kriegs-Roman „Im Westen nichts Neues“ hatte ihm zwar schon Weltruhm eingebracht, aber auch erbitterte Feinde gemacht. Seine Nazi-Gegner warfen ihm „literarischen Verrat am Soldaten des Weltkriegs“ vor. Sie forderten stattdessen die „Erziehung des Volkes im Geist der Wehrhaftigkeit“. Dagegen setzten die Schüler und Schülerinnen „seiner“ Realschule einen Kontrapunkt. Sie haben aus seinen Erzählungen gegen den Krieg vorgelesen. Zum Beispiel Carla Ditz:

(O-Ton Teil 1, 21 sec.)

Chiara Hachmeister hat sich ein anderes Thema vorgenommen:

(O-Ton Teil 2, 21 sec.)

Besonders beeindruckt ist Chiara davon …

(O-Ton Teil 3, 8 sec.)

Der gleichen Ansicht ist Juliane Dryftmeyer, die die Rolle der Erzählerin übernimmt:

(O-Ton Teil 4, 8 sec.)

Die Beschäftigung mit der dunklen Zeit der literarischen Vergangenheit in Deutschland setzt Signale. Dass sich gerade heute junge Menschen mit der Literatur von gestern und dem Geschehen von vorgestern auseinandersetzen, ist zumindest ungewöhnlich. Angesichts von Internet und 300 Fernsehkanälen ist das Lesen zu einer seltenen Beschäftigung geworden. Noch erfreulicher stimmt, dass sich die jungen Leute mit einem Thema beschäftigen, das nicht in Vergessenheit geraten darf. Aber wo anders als in der Geburtsstadt von Remarque und zugleich Friedensstadt Osnabrück wäre eine derartige Aktion besser denkbar?

Das war Wolfgang Rakers mit einem Bericht und Gedanken zu einem geschichtlichen Ereignis aus heutiger Sicht. Mit der Aktion „Bücher aus dem Feuer“ erinnerten Schüler der Erich-Maria-Remarque Realschule an die Bücherverbrennungen des Nationalsozialismus.

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