Erste Bilanz der Privatisierung der Psychiatrie

Die Psychiatrie in Osnabrück wurde 2007 vom AMEOS-Konzern übernommen. Was sich für das Personal oder die Betroffenen verändert hat, war Thema eines Expertengespräches, dass von den Grünen veranstaltet wurde. Silvia Buttler berichtet …
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein. Im Vorfeld der Privatisierung der Landeskrankenhäuser gab es von Parteien, wie den Grünen, der SPD, den Gewerkschaften Bedenken gegenüber dem Verkauf: Mögliche Einsparungen beim Stammpersonal, Verschlechterung der Arbeitsbedingungen oder der Verlust an Behandlungsqualität für die Patienten. Drei Jahre nach der Privatisierung der niedersächsischen Landeskrankenhäuser wurde eine erste Bilanz gezogen. Der ärztliche Direktor des Ameos-Klinikums Osnabrück, Harald Scherk zur Personalsituation, …
O-Ton I (Scherk) …da sind wir in einem stetigen Dialog… 22 Sek.
Der Betriebsratsvorsitzende des AMEOS-Klinikums, Michael Krömker schätzt die aktuelle Situation ähnlich ein, verweist zugleich auf zukünftige Personalengpässe…
O-Ton II (Krömker) … man muss dabei gucken, wie man mehr Mediziner ins Land bekommt oder andere Berufe, die im Gesundheitswesen arbeiten… 27 Sek.
Die Psychiatrieerfahrenen hatten große Bedenken gegenüber einem Betrieb von psychiatrischen Krankenhäusern durch private Firmen. Sie befürchteten einen Verlust an Behandlungsqualität. Private Klinikbetreiber sähen hauptsächlich nur die wirtschaftlichen Aspekte des Klinikbetriebes.
Die Psychiatrieerfahrenen sehen sich in einigen Punkten in ihren Befürchtungen bestätigt, da es z. B. in Osnabrück zu einem Personalmangel bei Psychologen und Ergotherapeuten gekommen sei. Aus Sicht der Patienten schildert Doris Steenken, Psychiatrieerfahrene und stellvertretendes Mitglied im niedersächsischen Psychiatrie-Ausschuss Veränderungen …
O-Ton III (Steenken) … es gibt weniger Therapeuten, die für mehrere Stationen zuständig sind… 31 Sek.
Andere Probleme gäbe es bei begleiteten Spaziergängen für Patienten, die aufgrund eines richterlichen Beschlusses in der geschlossenen Station sind. Die Spaziergänge würden häufiger als vor der Privatisierung wegfallen.
Das Ameos-Klinikum in Osnabrück versucht nun, durch regelmäßige Mitarbeiter- und Patientenbefragungen die Situation im Krankenhaus einzuschätzen. Über zukünftige Maßnahmen zur Verbesserung der Behandlungsqualität für die Patienten äußert sich Scherk…
O-Ton IV (Scherk) … Die psychiatrische Versorgung wird hier gut bleiben… 19 Sek.
Es ist abzuwarten, wie sich die Personalsituation im Ameos-Klinikum zukünftig entwickeln wird und ob die Patienten nicht doch mit Verschlechterungen der Behandlungsqualität rechen müssen…












Gewinnmaximierung im Krankenhaus- auf dem Rücken der Pflegekräfte….
Natürlich müssen auch Kliniken wirtschaften und haushalten in diesen unrosigen Tagen. Die meisten Kliniken dürfen allerdings keinen richtigen Gewinn erzielen- wenn sie gemeinnützig sind. Daneben……
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