“arte regionale 5″ contra “kunstflashmob” Regionale Kunst kontrovers

Silke Grob am 14. August 2010 - Ein Kommentar
Silke Grob

Am vergangenen Samstag wurde in Osnabrück die ARTE REGIONALE 5 eröffnet. Wir berichteten bereits. Innerhalb von 50 Tagen sollen an verschiedenen Orten, neueste regionale Kunst-Positionen präsentiert werden. Zu jeder Arte werden einige Osnabrücker Künstler von einer Jury erwählt und im „Haupthaus“ der Kunsthalle Dominikanerkirche gezeigt. Zur Arte 5 wurde die Auswahl derart reduziert, dass von 140 Einsendungen lediglich 16 jurierte Künstler übrig blieben. Heißt dass, die anderen Künstler machen die schlechtere Kunst? Aufgrund dessen reagierten 40 Künstler ganz spontan innerhalb eines Kunstflashmobs und kuratierten ihre eigene ARTE für einige Stunden am Os. Güterbahnhof. Silke Grob war auf den verschiedenen Kunstevents am Samstag vor Ort und hörte einfach nur zu!

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O-Ton laudation 15 sek.

So, Laudatorin Meike Behm am Samstagabend zur Eröffnung der ARTE REGIONALE V in der Kunsthalle Dominikanerkirche. Gut besucht war Osnabrücks Kunsthalle, bunt durchmischt das Publikum. Jedoch nicht so gut besucht, wie in manch anderen Arte – Jahren. Was wohl auch an der an der „dicken Luft“ bei einigen Anwesenden lag.

„Weitwinkel“, so dass Leitthema der fünften „Arte Regionale“ welche in einem dreijährigen Turnus neueste künstlerische Tendenzen aus Stadt und Region präsentieren soll. Wobei der Titel zum einem programmatisch zu verstehen sei, da sowohl die Wahl der Materialien, als auch die Konzeption unterschiedlicher nicht sein konnte. Angefangen von  figurativen und chaotisch surreal – real anmutenden Malereien über zahlreichen fotografischen Positionen, war natürlich auch Videokunst vertreten. Aber auch Installationen verrückten den Blick des Betrachters. Hier zu erwähnen die künstlich und gespenstisch inszenierten Spielplatzinstallationen eines Christian Bögelmann oder die aus Glas-Epoxy gegossene Europalette des Newcomerpreisträgers Joshua Sassmannshausen. Das gewählte Oberthema „Weitwinkel“ der Arte V, sollte aber auch kuratorisch zu verstehen sein, so Andre Lindhorst Leiter und Kurator der Kunsthalle DOKI.

27 sek. KÜRZEN

Dennoch schien die Ausweitung der regionalen Wettbewerbsausstellung den Künstlern in und um Osnabrück nicht weit oder besser gesagt nicht groß genug. Statt wie bspw. bei der vergangenen „arte regionale“ mit internationalen Künstlern zu kooperieren, reduzierte die hochkarätige Jury nach 140 Einsendungen, 16 Künstler für die beiden Wettbewerbe. Klasse statt Masse scheint hier das kunsthistorische Statement. Wobei eine recht große Gruppe professioneller Künstler erst gar nicht am Wettbewerb teilnahm. Andererseits war am Eröffnungsabend der „arte v“ häufig die Kritik zu hören, die Ursprungsidee entferne sich immer weiter von der 1996 erstmals präsentierten Leistungsschau. So verschieden die Gäste des Abends, so unterschiedlich die Meinungen. Ralf Bönke Galerist und einer der zahlreichen Kooperationspartner der ARTE 2010.

O- TON Breite Masse 15

Diese präsentierte sich ganz spontan innerhalb einer Flasmobaktion am Güterbahnhof. In wenigen Tagen hatte der Osnabrücker Künstler Jakob Bartnik, Künstlerkollegen mit Hilfe der „Neuen Medien“ zu einer spontan veranstalteten Überblicksschau aufgerufen. So wandelte sich am Samstagmorgen eine leer stehende Industriehalle zum  Museumsraum auf Zeit.

Flashmob.

Hier fehlte neben einem strengen kunsthistorischen Kuratorium auch jegliche inhaltliche Vorgabe. Exakt eine Stunde vor Eröffnung der „Arte Regionale V endete das Kunstprojekt an den Gleisen. Die kreative aber dennoch konstruktive Kritik an die Adresse der Ausstellungsmacher war nicht zu übersehen.

Jakob Bartnik. Zaunspfahl

Bleibt abzuwarten was die kommenden 50 künstlerischen besetzten Großkampftage bringen. Neben der DOKI gibt es an  den zahlreichen externen Ausstellungsorten überraschend lebendiges für den Kunstbegeisterten zu entdecken. Und vielleicht meldet sich die Regionale Kunstszene nun auch einmal öfter mit eigenen Projekten zu Wort, dann kann wirklich die rede vom weitgewinkelten Blick sein.  

Abmoderation:

Ob am Güterbahnhof oder in der Kunsthalle, immerhin wird in Osnabrück wieder über Kunst diskutiert und das ist doch was.  

Ein Kommentar »

  • Marcel sagt:

    Als bildender Künstler, welcher nicht in Osnabrück lebt, aber die Szene in der Stadt durchaus kennt. Bin ich erfreut, dass OS-Radio inzwischen so detalliert über die bildende Kunst berichtet. Bitte weiter machen!!!

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