Alles Kambodscha, oder wat?

Redaktion am 22. Mai 2012 - Keine Kommentare

Alle kennen und lieben es. Das Dschungelbuch ist eine der schönsten und beliebtesten Kindergeschichten. Vor allem die Disney-Verfilmung ist überaus populär. Eine der beliebtesten Szenen ist wahrscheinlich die mit Affenkönig King Louis. Dieser lebt mit seiner Gefolgschaft in einem Tempel tief im indischen Dschungel. Moment mal, Affen im Tempel? Sowas gibt’s nicht nur im Film, sondern neuerdings auch bei uns im Osnabrücker Zoo. Dort wurde nämlich jüngst die neue Affenanlage „Angkor Wat“ eröffnet. Dieser Affentempel ersetzt den alten tristen Affenfelsen. Die Idee dazu stammt tatsächlich aus dem Dschungelbuch. Inspiriert ist das Ganze von der Tempelanlage „Angkor Wat“ in Kambodscha. Julia Westphal war bei der Eröffnung dabei:

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Der unterirdische Zoo, die Afrika-Tierwelt Takamanda und die nordische Erlebniswelt Kajanaland. Der Osnabrücker Zoo glänzt immer wieder mit neuen, fantastischen Themenwelten. Damit erleben die Besucher die Tiere immer wieder ganz neu. Und nicht nur die sind begeistert. Auch für die Tiere bedeutet dies meistens mehr Platz und Komfort. Jetzt präsentiert der Osnabrücker Zoo sein neustes Glanzstück: den Affentempel „Angkor Wat“. Er ist das neue Zuhause für 18 Schweinsaffen. Die Anlage ist inspiriert von der Tempelanlage „Angkor Wat“ in Kambodscha. Aber wie kommt man darauf, einen solchen Tempel für die Affen zu bauen?

Der Affentempel ersetzt das alte Zuhause der Affen, den Affenfelsen. Diesem fehlte nämlich die Besucherakzeptanz. Der Felsen war ein Betonbau aus den 70er Jahren. Also was macht man mit einem so massiven Betonklotz? Einfach abbauen? Andreas Busemann ist der Geschäftsführer des Zoos Osnabrück. Er erklärt diese Problematik:

“Also, es wäre gar nicht möglich gewesen diese Betonkulisse zurückzubauen, so massiv war die. Also, mussten wir uns überlegen, was können wir damit machen? Also, Rückbau ging nicht -  also, mussten wir gucken, wie kann man diese Tiere eventuell dann präsentieren? Da sind wir eben durch Internetrecherche darauf gekommen, dass unsere Schweinsaffen tatsächlich in den Tempelanlagen von Angkor Wat in Kambodscha leben. Und das war für uns dann impulsgebend, diese Idee aufzugreifen und umzusetzen.”

Gesagt, getan. Über 15 Monate bauten mehrere Zoohandwerker den Affenfelsen um. Das Modell des Tempels stammt von Künstler Detlef Gehrs. Da man den alten Betonfelsen nicht abtragen konnte, hat er ein Modell gebaut, das ihn einschließt. So dient der alte Felsen als Fundament für den Tempel.

Der Tempel bietet einen 40 Meter langen Besuchergang in täuschend echter Ruinenoptik. In diesem Gang sind überall Fenster eingebaut, durch die der Besucher die Affen aus nächster Nähe beobachten kann. Außerdem können die Besucher unterwegs zahlreiche Ornamente, Skulpturen und Steinreliefs bestaunen. Diese Reliefs stammen aus Indonesien und sind an bestehenden Kunstwerken in Angkor Wat angelehnt.

Über dieses einzigartige Erlebnis freut sich auch Osnabrücks Oberbürgermeister Boris Pistorius:

“Es ist wirklich beeindruckend, wenn man reingeht, man fühlt sich wirklich wie versetzt in eine Tempelanlage, kann durch gut durchsehbare Scheiben in ein Schwimmbecken gucken, in dem die Affen denn hoffentlich bald schwimmen. Sie sitzen in den Ecken, sie können klettern, und Sie – als Besucher – gehen mittendurch. Das ist ‘ne tolle Atmosphäre!”

Ein Schwimmbecken für Affen? Das klingt erstmal seltsam. Aber das Becken gehört zu einem der zahlreichen Komfortplätze für die Affen, die mit dem Bau entstanden sind. Denn nicht nur für die Besucher ist der Affentempel ein einzigartiges Erlebnis. Auch für die Schweinsaffen hat sich einiges verbessert. Neben den Komfortplätzen haben sie nun doppelt so viel Platz wie vorher. Aber kann man wirklich ein Schwimmbecken für Affen als Komfortplatz bezeichnen? Und was gibt es da sonst noch für die Affen? Dazu Zooinspektor Hans-Jürgen Schröder:

“Ja, das Badebecken ist auf jeden Fall ein Komfortplatz! Wobei, es gibt sehr wenige Primaten, die auch gerne ins Wasser gehen und schwimmen und baden. Aber unsere Individuen, die haben das früher immer gerne gemacht. Und ich hoffe, dass sie es hier jetzt auch wieder machen werden. Andere Komfortplätze sind zum Beispiel Holzplattformen, die auf dem Felsen aufgebaut sind. Und das Allertollste für die Affen – Naturboden – wo sie sich aufhalten können, was wir früher nicht hätten machen können!”

Der Affentempel ist also für Mensch und Tier ein fantastisches Erlebnis. Und der Zoo plant schon weiter. Auf die zukünftigen Baupläne gibt Andreas Busemann einen kleinen Ausblick und verrät: Die Idee „Angkor Wat“ geht weiter:

“In den nächsten zwei, drei Jahren werden wir das in eine gesamte Tempelanlage überführen. Und die Besucher werden hier den Eindruck künftig haben, sich in einer Tempelwelt auch zu befinden. Und deswegen werden wir alle angrenzenden Areale – zum Beispiel zu den Seelöwen, zu den Elefanten – mit großen Mauerfragmenten auch einfrieden und abgrenzen. Durch die Fragmente der Mauern hat man dann so ein Schlüssellocheffekt, und dann kann der Besucher natürlich auch die Seelöwen und die Elefanten sehen. Aber wenn er hier in diese Anlage kommt, die im Zentrum des Zoos liegt, dann wird er das Gefühl haben, in eine fernöstliche Tempelruine einzutauchen!”

Die asiatische Tempelwelt soll auf insgesamt 15.000 Quadratmeter erweitert werden. Der Anfang wird mit der Tigeranlage gemacht. 2013 soll hier der Bau beginnen. Die Menschenaffen-Anlage soll 2014 folgen.

Der Affentempel „Angkor Wat“ im Osnabrücker Zoo ist also einen Besuch wert. Und wem der Affentempel in seiner speziellen Formgebung gefällt, kann sich in den nächsten Jahren auf eine ganze Landschaft im Zoo in Tempeloptik freuen.

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