Bistum Osnabrück legt Jahresbericht seiner psychologischen Beratungsstellen vor

Redaktion am 29. Mai 2012 - Keine Kommentare

Fast jeder hat bestimmt schon erlebt, dass seine Partnerschaft in einer Krise steckt. Sie streiten sich nur noch oder haben dem anderen vielleicht auch gar nichts mehr zu sagen. Gerade wenn Sie mit Ihrem Partner ein Kind haben, ist die Situation nochmal schwieriger. Für Sie und für das Kind. Gerade in solchen Fällen nehmen immer mehr Menschen psychologische Hilfe in Anspruch. Das bestätigt auch der Jahresbericht 2011 der Psychologischen Beratung im Bistum Osnabrück. Im Vergleich mit 2010 nahmen rund 100 Menschen mehr die Hilfe der Beratungsstellen in Anspruch. Julia Westphal hat sich über die Gründe informiert:

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Immer mehr Menschen nehmen die Hilfe der zehn psychologischen Beratungsstellen des Bistums Osnabrück in Anspruch. In den letzten zehn Jahren stieg die Quote um fast 50 Prozent. Im vergangenen Jahr (2011) gab es rund 100 mehr Neuanmeldungen als im Vorjahr. Die Zahl der Beratungen für Erwachsene steigt enorm. Dazu gehören Einzelgespräche, vor allem aber auch Partnerschaftsberatungen. Bernhardt Plois, Leiter des Referats für Ehe-, Familien-, Lebens- und Erziehungsberatung im Bistum Osnabrück, sieht darin ein gesellschaftliches Problem:

“Wir führen das auf die Veränderungen in der Gesellschaft zurück. Auf die Stressfaktoren, denen die Menschen heute ausgesetzt sind in der Arbeitswelt, – auch im Leistungsbereich viele emotinale Verunsicherungen. Und Partner sind sich ihrer längst nicht mehr so sicher, wie sie das eigentlich gerne wären!”

Heute leben die Menschen in einer „Ich-bezogenen“-Gesellschaft. Immer mehr Partner trennen sich voneinander, anstatt um die Beziehung zu kämpfen. Kindern tut eine Trennung der Eltern nicht gut. In rund 74 Prozent aller Fälle geht es bei der Hilfe um Erziehungsberatung. Krisen in den Beziehungen der Eltern spielen hierbei eine große Rolle. Und nicht nur das. Gerade Kinder sind dem Jahresbericht zufolge einem hohen Leistungsdruck ausgesetzt. Heute wird immer mehr auf frühkindliche Bildung gesetzt. Darunter sollen die Gefühle der Kinder nicht leiden. Für Plois steht ganz klar Bindung an erster Stelle. Eltern und Kinder bilden eine Einheit, sagt er:

“In dieser Einheit von Kind und Eltern entsteht so etwas wie ‘ne Sicherheit. Und erst wenn diese Sicherheit gewonnen wurde, wenn sozusagen das verinnerlichte Bild der wichtigen signifikanten Bezugspersonen sich soweit stabilisiert hat, dass das Kind frei wird – innerlich frei wird -, auch nach außen zu gehen und die Welt zu erobern, dann kann es auch anfangen und dann lernt es auch leichter.”

Es ist also sowohl für Partnerschaften als auch für Kinder wichtig, dass sich in der Wirtschaft etwas ändert. Sind die Partner glücklich, sind sie z.B. auch seltener krank. Davon kann die Wirtschaft nur profitieren. Erziehungsarbeit sollte kein Karriere-Hindernis sein. Vielmehr sollte es in der Arbeitswelt und im Berufsleben ein Plus bedeuten. Plois erklärt, was in der Wirtschaft demnach getan werden muss:

“Also, als allererstes alles das fördern, was der Partnerschaft dient und was Partnerschaftsqualität verbessert. Einige Firmen machen das inzwischen, indem sie in ihren Sozialabteilungen auch Eheberatung anbieten. Ein Weiteres was die Wirtschaft machen müsste ist, den Wert, den elterliche Erziehung für das spätere Gedeihen von Kindern ansieht, heute schon wertschätzt. Also, einfach in den Blick auf die Langfristigkeit, damit später mehr gesunde Leute auch für den Wirtschaftsprozess da sind!”

Sollte sich nichts verändern, sei davon auszugehen, dass in Zukunft der Anteil psychisch belasteter Kinder und Jugendlicher erheblich steigt – und das trotz sinkender Geburtenrate.

So viel zum Jahresbericht 2011. Wenn Sie Hilfe brauchen, können Sie sich jederzeit an die Beratungsstellen wenden. Psychologische Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensberatung finden Sie natürlich in Osnabrück, aber auch in Bersenbrück, Georgsmarienhütte, Nordhorn, Bassum und Sulingen. Im Emsland finden Sie Anlaufstellen in Lingen, Meppen und Papenburg.

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