Osnabrück: Bezahlbarer Wohnraum schwindet mehr und mehr

Redaktion am 6. Juli 2012 - Keine Kommentare

(Anmoderation:)

Wird es bald zu eng in Osnabrück? Eine aktuelle Wohnungsbau-Studie kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: 2017 werden bezahlbare Wohnungen zur Mangelware. Stephan Haller hat für osradio 104,8 einen genauen Blick auf diese beängstigende Prognose geworfen:

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Von einer Studentenstadt wie Osnabrück ist man den Kampf auf dem Wohnungsmarkt schon gewöhnt. Zu Semesterbeginn suchen unzählige Studenten nach einer bezahlbaren Unterkunft. Eine Studie des Pestel Instituts belegte jüngst, dass sich in den nächsten fünf Jahren der Wohnungsmangel in Osnabrück drastisch verschlimmern wird – etwa 2.000 Wohnungen werden fehlen. Sozial schwache Familien, Geringverdiener und ältere Menschen werden davon besonders betroffen sein. Bernhard Lienesch, Geschäftsführer des Sozialen Dienstes SKM kennt diese düsteren Prognose schon aus der alltäglichen Arbeit, wenn es darum geht, wohnungslosen Menschen eine Unterkunft zu beschaffen:

“Wir können es nur so sagen, dass wir für unseren Personenkreis dadurch dann sicherlich erheblich größere Probleme bekommen, zusätzlichen Wohnraum zu finden; für Menschen die aus irgendwelchen Gründen ihre Wohnung verloren haben und jetzt wohnungslos auf der Straße leben und wieder in ein normales Leben zurück möchten. Und ein Punkt ist ja halt auch die Wohnung als Vorraussetzung für den Neubeginn. Und das wird für uns immer größere Schwierigkeiten dann geben.”

Fehlende Wohnungen sind also nicht nur ein städtebauliches Problem, vielmehr sind sie ein soziales Problem. Die Gesellschaft spaltet sich immer mehr auf zwischen sozial schwachen Menschen und „Besserverdienern“. Der Wohnraummangel ist aber auch jetzt schon ein Thema in Osnabrück. Bernhard Lienesch berichtet, in welchen Punkten es sich immer wieder bemerkbar macht:

“Es macht sich sicherlich bemerkbar dahingehend, dass die Phasen des Wohnungssuchens für den Einzelnen erheblich länger werden. Wir sind da in Konkurrenz mit den übrigen Wohnungssuchenden, die halt dann kleine Wohnungen, in der Regel 1-Zimmer-Appartements suchen; sei es Studenten, sei es Alleinstehende. Und da haben wir manchmal dann, ich sag mal so, den Schwarzen Peter, weil unsere Klientengruppe nicht so die bevorzugte Mietergruppe ist.”

Das schon im Kern bestehende Wohnungsproblem ist also auch ein stark soziales Problem. Dort gilt es für die Gesellschaft anzupacken und Vorurteile abzubauen. Für eine positive Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt stehen dann Bund und Länder in der Pflicht. Der „soziale Wohnungsbau“ muss gefördert und mit ausreichend Mitteln unterstützt werden!

(Abmoderation:)

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Wohnungsknappheit in Osnabrück in den nächsten Jahren wirklich auswirkt. Mit etwas Glück bleibt die Studie des Pestel Instituts auch nur eine düstere Utopie. Wäre ja wünschenswert!

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