Deutschland summt (zu wenig!)

Redaktion am 6. August 2012 - Ein Kommentar

(Anmoderation:)

Bienen schwirren in den Sommermonaten um unsere Köpfe. Die berühmteste Vertreterin ihrer Art ist wohl die Biene Maja. Aber Maja und ihre Freunde haben es mittlerweile nicht mehr leicht in Deutschland. Bienen sind vom Aussterben bedroht. Immer mehr professionelle Imker müssen ihren Beruf aufgeben, weil die Arbeit nicht mehr genug Geld zum Leben abwirft. An ihre Stelle treten häufig Freizeit-Imker. Aber das reicht nicht. Wie den Bienen geholfen wird, hat Elena Ahler herausgefunden:

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Im Sommer sind sie ständiger Begleiter. Bienen schwirren in der Luft und fliegen von Blume zu Blume. Aber die schwarz-gelben Tierchen haben es gar nicht so leicht. Viele Wildbienenarten stehen auf der roten Liste und sind vom Aussterben bedroht. Der Lebensraum der Bienen wird immer kleiner. Nicht nur das. Es gibt immer weniger Berufsimker in Deutschland. Besonders in den großen Städten Deutschlands hat die Biene Seltenheitswert. Um das zu ändern wurde die Initiative „Deutschland summt“ ins Leben gerufen. Begonnen hat das Projekt 2011 in Berlin. Was das Ziel des Projekts ist, weiß Corinna Hölzer von der Initiative „Berlin summt“:

“Ja, wir wollen den Städtern auf ganz konkrete Art und Weise das Thema Artenvielfalt und auch Lebensraumschutz nahebringen. Es ist politisch ja schon ganz lange gefordert, dass die gesamte Gesellschaft beitragen soll, die so genannte Biologische Vielfalt zu erhalten. Aber, was damit genau gemeint ist, und wie das gehen soll, das verstehen eben nur wenige Experten. Und hier setzt unsere Initiative an und macht das anschaulich und auch anfassbar!”

Die Bienen sollen zurück in die Städte geholt werden. Deshalb fördert das Projekt die Stadtimkerei. Freizeit-Imker züchten ihre Bienen in Dachgärten auf Häuserdächern. Ein ungewöhnliches Hobby. Das auch von der Initiative „Deutschland summt“ unterstützt wird. An 16 Standorten in Berlin wurden bereits Bienenstöcke aufgestellt.

“Wir finden, dass über dieses interessante Hobby eine neue Nähe zur Natur hergestellt werden kann, gerade in der Stadt. Also, Bienen zu halten, fühlt sich eben anders an, als mit einem Hund Gassi zu gehen. Wir haben gemerkt, dass viele Imker gar nicht so unbedingt wissen, welche Pflanzen ihre Bienen brauchen, um den Nektar und Pollen nach Hause zu tragen. Und andersrum wissen viele Gärtner nicht, dass und wie sie mit relativ wenig Aufwand Bienenoasen herstellen können.“

So kann ein neuer Lebensraum für Bienen geschaffen werden. Einige Städte, wie z. B. München, haben sich Berlin zum Vorbild genommen. Sie setzen sich für die Biene und deren Lebensraum ein. Das können zum Beispiel Gärten sein, die mit Sträuchern und heimischen Blumen ausgestattet sind. Sie dienen als Nistplätze. So helfen nicht nur Hobbyimker den Bienen. Jeder kann etwas dafür tun, dass sich die Bienen in den Städten wieder wohl fühlen:

“Also, zum Beispiel die Gartenbetriebe, bei denen wir einkaufen, die können wir fragen nach heimischen Pflanzenstauden oder auch blühende Gehölze. Denn die Nachfrage regt natürlich das Angebot an. Wir können auch wilde Ecken in unseren Gärten anlegen, anstatt alles fein säuberlich aufzuräumen. Wir können Dächer und Fassaden begrünen. Das sind Dinge, die wir machen können und wo wir auch diejenigen, die sich schon engagieren, mental unterstützen können.“

Die Initiative „Deutschland summt“ macht auf die Ursachen für den Rückgang der heimischen Bienen aufmerksam. Mittlerweile machen drei große Städte in Deutschland mit. Zwei weitere planen bereits Aktionen.

(Abmoderation:)

Bestimmt haben wir Sie nun bestens dafür sensibilisiert, bei Gelegenheit auch einen kleinen Beitrag zu leisten, um unsere heimischen Bienenvölker zu retten. Und sei es nur, dass Sie beim nächsten Kuchenessen im Freien nicht nach den summenden “Mitessern” schlagen. Denn wer weiß, ob nicht nach den Bienen bald auch schon der Mensch auf der Liste bedrohter (Tier-)Arten auftaucht!?

Ein Kommentar »

  • BrunO sagt:

    Das ist ein schöne Initiative. Ähnliches habe ich auch schon aus Großbritannien und den USA gelesen. Wer von gefährdeten Bienen spricht, sollte aber seinen Blick nicht nur auf den immer kleiner werdenden Lebensraum dieser und vieler anderen Tierarten ruhen lassen. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, daß Pestizide den Bienen zusetzen. Hier ein Link zum BUND, wer googelt, findet noch mehr:

    http://www.bund.net/themen_und_projekte/chemie/chemie_in_der_umwelt/wege_in_die_umwelt/landwirtschaft/bienen/

    Pestizide landen übrigens auch auf unserem Teller. Sie bringen uns zwar nicht gleich um, da wir mehr Körpermasse als Insekten haben, doch es sind Gifte, die uns auch schaden.

    Wer einen Garten hat und es wirklich ernst mit seiner Naturverbundenheit meint, sollte also seine Finger vom Chemikalieneinsatz lassen und wir alle sollten uns besser informieren und den Geschäftemachern genau auf die Finger schauen. Als Verbraucher haben wir mehr Macht, als wir wissen.

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