Die Schatzsuchmaschine ist fertig!

Redaktion am 6. August 2012 - Keine Kommentare

(Anmoderation:)

Mit großer Freude wurde gestern (am 05.08.2012) die fertige Schatzsuchmaschine im Museumspark Kalkriese präsentiert. Fast 20 Meter ist die ungewöhnliche Maschine lang, an der vier Wochen gebaut wurde. Am Projekt „Schatzsuchmaschine“ haben mehr als 500 Teilnehmer aus Schulklassen, Ferienpasskinder und sogar ganze Familien mitgebaut. Aus Schrott bzw. ausrangierten Alltagsgegenständen ist Schritt für Schritt ein ganz außergewöhnliches Gerät entstanden. Doch was kann diese Maschine eigentlich? Unser Kollege Jens Unnewehr hat sie sich genauer angeschaut:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Zuerst dachte ich wirklich:„Na toll, jetzt sollen die Kinder fürs Museum die Arbeit machen und eine Maschine bauen, die Schätze ausgräbt!?“ Ganz so schlimm war es dann doch nicht. Der Stuttgarter Künstler Wolfgang Seitz hat mit den über 500 Teilnehmern ein wirklich tolles Projekt fertiggestellt. Der Projektleiter nennt seine Maschine einzigartig … und das ist sie auch. Denn so wie sie auf der Wiese im Museumspark Kalkriese steht, kann es keine andere geben! So viele einzigartige Elemente, die alle ihre ganz besondere Funktion haben und auch noch Sinn ergeben. Wie sieht die Maschine aus? Wolfgang Seitz versucht sie zu beschreiben:

“Also, es gibt eigentlich ganz grob gesagt fünf Bereiche. Es fängt vorne an in diesem Fahrzeug ähnlichen Gefährt mit einem Autositz. Darüber als Dach ist eine Satellitenschüssel, im Hintergrund hinter dem Autositz geht der Auspuff hoch. Und im Frontbereich ist oben ein großer Ventilator mit einem Durchmesser von fast zwei Meter. Und neben der Front ein Heuwender und … (Anmerkung: Der Rest der Aussage wurde elektronisch verzerrt und ist nur noch akustisch zu hören!).”

Zu komplex und voller Technik, um sie jetzt ausführlich beschreiben zu können. Sie sollte viel Mechanik und Bewegung enthalten, bunt und witzig sein, laut und leise, geheimnisvoll, spannend und künstlerisch und das ist sie – die Schatzsuchmaschine. Aber kann sie denn nun Schätze finden?

“Die ersten Münzen kommen hinten ja schon raus. Und, also ich glaube, jeder hat so für sich seinen kleinen Schatz gefunden beim Betrachten und beim Ablaufen der Maschine und beim Beobachten und Entdecken von Bewegungen. Beim Entdecken von, was wird wie angetrieben, und wie hängt die ganze Maschine eigentlich zusammen. Ich glaube, für einen Außenstehenden braucht es auch eine Weile, bis man die ganzen Details und die ganzen Einzelheiten entdeckt, die letztlich zu finden sind.”

Sehen und dann verstehen ist besser – deswegen würde sich ein Besuch lohnen. Um die Maschine zu bauen, waren mehr als drei Tonnen Schrott vorrätig, u.a. auch ein altes Auto, aus dem sich die Jungs und Mädchen zum Bau der Maschine bedienen konnten. Und tatsächlich sieht man der Maschine nicht an, was eventuell ein Junge oder ein Mädchen gebaut haben könnte:

“Es gibt nicht ‘ne Arbeit – das ist Mädchen-Arbeit, das ist Jungs-Arbeit. Also, die haben wirklich zusammen, die haben alleine, in kleinen Gruppen – da gab es wirklich keinen Unterschied. Die Zeiten sind glaube ich rum, wo die Jungs schrauben und die Mädchen haben irgendwie den Pinsel in der Hand. Es macht eh kein Unterschied, ob Jungs oder Mädchen, – wenn hier ein Auto steht und das wird freigegeben zum Zerlegen sind die Mädchen oft die ersten, die im Motor vorne drin sind, mit Schraubenzieher und da überhaupt keine Berührungsängste in der Regel haben!”

Letztendlich hat jeder der Beteiligten seinen eigenen Schatz mit nach Hause genommen, indem er dazu beigetragen hat, dass aus einer ungewöhnlichen Idee Wirklichkeit wurde.

(Abmoderation:)

Die Schatzsuchmaschine steht noch bis zum Ende der Sonderausstellung „BodenSchätze – Geschichten aus dem Untergrund“bis Mitte November 2012 im Museumspark Kalkriese. Ab diesen Freitag (10. August) wird die Maschine in einer Führung und dann täglich ab 14.30 Uhr dargeboten. Anfassen und Ausprobieren sind dann ausdrücklich erwünscht.

Sag deine Meinung!

Kategorien