Achtung vor den “IGeln”!

Redaktion am 7. August 2012 - Keine Kommentare

(Anmoderation:)

Wenn Sie zum Arzt gehen, wollen Sie vor allem nur eins: Eine erfolgreiche Behandlung. Ist diese Behandlung medizinisch notwendig, werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen. Es gibt jedoch auch immer mehr medizinische Zusatzleistungen – die individuellen Gesundheitsleistungen. Was es damit auf sich hat, hat Julia Westphal für uns in Erfahrung gebracht:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Seit einigen Jahren bieten Ärzte ihren Patienten individuelle Gesundheitsleistungen an. Die werden umgangssprachlich auch „IGeL“ genannt. Eine individuelle Gesundheitsleistung kann sich jedoch auch ein Patient von sich aus wünschen. Eine Liste der IGeL-Leistungen wurde 1988 von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und den freien ärztlichen Berufsverbänden herausgegeben. Die Leistungen reichen von Vorsorge-Untersuchungen über psychotherapeutische Angebote bis hin zu alternativen Heilverfahren. Allerdings existiert keine abschließende Liste der Zusatzleistungen. Die Arztpraxen bieten eine Vielfalt unterschiedlichster IGeL-Angebote an. Diese Angebote werden allerdings von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht bezahlt. Warum das so ist, erklärt Michael Lobscheid von der IKK classic:

“Nun, das liegt ganz einfach daran, dass die meisten IGel-Leistungen medizinisch weder notwendig noch sinnvoll sind. Und deswegen auch vom Gesetztgeber her nicht von den Krankenkassen bezahlt werden dürfen. Andere IGel-Leistungen gehören prinzipiell nicht zu den Angeboten der Krankenkassen – zum Beispiel kosmetische Sachen wie eine Tattoo-Entfernung.”

Die individuellen Gesundheitsleistungen sind derzeit umstritten. Einige Ärzte bieten Zusatzleistungen an, die nicht unbedingt nötig sind. Auch werden teilweise ärztliche Leistungen als Zusatzleistungen angeboten, die eigentlich von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden müssen. Wenn Ihnen also eine IGeL angeboten wird, sollten Sie nicht gleich darauf eingehen.

“Sicherlich gibts die eine oder andere IGel-Leistung, die sinnvoll sein kann. Ich sag mal Akupunktur bei  Migräne zum Beispiel. Grundsätzlich ist aber so, ist eine Leistung medizinisch sinnvoll, wird sie auch von den Krankenkassen bezahlt. Man sollte also, wenn einem überhaupt eine IGel-Leistung angeboten wird, nicht sofort darauf eingehen, sondern erst mal mit seiner Krankenkasse Rücksprache halten und sich von ihr beraten lassen!”

Einige Krankenkassen übernehmen sogar die Zahlung bestimmter IGeL oder bieten diese im Rahmen privater Zusatzversicherungen an.

(Abmoderation:)

Die Entscheidung für oder gegen eine Individuelle Gesundheitsleistung treffen allein Sie als Patient. Halten Sie auf jeden Fall mir Ihrer Krankenkasse Rücksprache. Mehr Informationen finden Sie zum Beispiel auf der Homepage der Verbraucherzentrale Bremen. Dort finden Sie auch detaillierte Tipps rund um Individuelle Gesundheitsleitungen. Auf der Homepage der Bundesärztekammer finden Sie ebenfalls einen Ratgeber zu IGeL.

Download

Download

Sag deine Meinung!

Kategorien