Klimakonzept 2030 – hin zu 100 % Ökostrom!

Michael Baumann am 9. August 2012 - Keine Kommentare
Michael Baumann

(Anmoderation:)

Im Landkreis Osnabrück drehen sich zurzeit (August 2012) 99 Windkraftanlagen, die die Region mit “grünem” Strom versorgen.

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22 Prozent aus regenerativen Energien – das klingt zunächst gut, ist aber nach Landrat Michael Lübbersmann immer noch viel zu wenig. Deshalb hat sich der Landkreis das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2030 weitere einhundert Windräder in der Region zu installieren und den Landkreis bis dahin komplett mit Ökostrom zu versorgen. Für die Realisierung dieses Ziels ist der Landkreis allerdings auf die Unterstützung regionaler Partner, aber auch von Privatpersonen angewiesen, so Lübbersmann:

“Es wird eine Energiegesellschaft geben in Form einer Holding, unter der sich für die Region neue Windparks unterhalb der Holding bilden. Und der Landkreis Osnabrück wird an der Holding den Bärenanteil halten, nämlich mit 51 Prozent Anteilen beteiligt sein. Im Übrigen ist unser Ziel, dass an der Holding weiterhin die regionalen Stadtwerke beteiligt sind. Und es kann natürlich sein, dass der eine oder andere Private auch noch an der Holding zum Ende hin beteiligt ist.”

Ein Manko bereits bestehender Windparks liegt oft darin, dass Großinvestoren von außerhalb kommen und die Wertschöpfung nicht in der Region bleibt. Häufig wird nicht einmal Gewerbesteuer gezahlt, und Bürger die sich beteiligt haben, gehen fast leer aus. Das soll sich mit dem neuen Klimakonzept ändern und möglichst viel Kapital in der Region gehalten werden:

“Das heißt, Städte und Gemeinden werden über die Gewerbesteuer profitieren. Das -  was ganz, ganz wichtig ist, sind natürlich die Bürger, die sich an den Windparks beteiligen können. Dass sie über die Beteiligung an den Windparks am Ende Gewinne generieren können. Ein weiterer Punkt: Wir werden Klimaschutzbriefe auflegen, das heißt auch darüber, dass die Bürger entsprechende Klimaschutzbriefe zeichnen, können sie an den Einnahmen aus den Windparks beteiligt werden.”

Auch die Finanzierung für die neuen Windkraftanlagen soll über regionalansässige Kreditinstitute erfolgen. Das Gesamtvolumen liegt hier bei etwa 500 Millionen Euro. Die Kreisverwaltung hat bereits mehrere Dutzend potenzielle Standorte ausgewählt, um deren Eignung für die Windenergiegewinnung zu prüfen. Die Untersuchungen befinden sich allerdings noch im Anfangsstadium. Vorgesehen sind außerdem finanzielle Entschädigungen für Menschen, die vergleichsweise nahe an neuen Windrädern leben. Eine Zerstörung des Landschaftsbildes wird es nach Lübbersmann nicht geben.

(Abmoderation:)

Bis alle möglichen Standorte ausgelotet und sämtliche Baugutachten geprüft worden sind, wird wohl noch etwas Zeit verstreichen. Vor Ende 2014 ist nicht mit einem Baubeginn zu rechnen.

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