Ab 01. September 2012 kommen keine Glühbirnen mehr in den Handel

Redaktion am 20. August 2012 - Keine Kommentare

(Anmoderation:)

Über Generationen war sie unverzichtbarer Bestandteil in jedem Haushalt: die Glühbirne. Ganze Städte brachte sie zum Leuchten. Doch jetzt, nach über 130 Jahren, geht dem Dauerbrenner langsam das Licht aus: seit einem EU-weiten Verbot im Jahr 2009 verschwindet die gute alte Glühbirne nach und nach aus den Regalen der Geschäfte. Welche Leuchtmittel um ihre Nachfolge konkurrieren, und was Verbraucher beim Kauf beachten sollten, darüber hat sich Ingo Feil für osradio 104,8 informiert:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Sie war eine Erfindung, die wie kaum eine andere unsere Welt verändert hat: die Glühbirne. 1879 von Thomas Edison auf den Markt gebracht, erhellte sie mit ihrem Licht mehr als 130 Jahre lang die Wohnungen, Häuser und Büros der Menschen. Ein Alltagsgegenstand, der so effizient war, dass er in all den Jahren seit seiner Erfindung kaum verändert werden musste.  Doch dann kam mit dem zunehmenden Bewusstsein für Umweltschutz und Klimawandel das Aus für Edisons Erfindung. Nicht ohne Grund: so wandelt eine herkömmliche Glühbirne nur etwas fünf Prozent des Stroms in Licht um, der Rest – also 95 Prozent –  wird zu Wärme. Schwer vereinbar mit dem Ziel der EU-Länder, die Treibhausgasemissionen bis ins Jahr 2020 um mindestens 20 Prozent zu verringern.

Das Schicksal der Glühbirne war besiegelt, und am 17. Februar 2009 wurde ihr Verbot durch das EU-Parlament endgültig beschlossen. Seitdem wurden zunächst alle matten und die 100-Watt-Glühbirnen aus dem Handel verbannt, danach folgten im Jahrestakt die 75- und die 60-Watt Birne. Zum ersten September 2012 werden nun auch alle übrigen Glühbirnen verboten. Die einzige Ausnahme sind Speziallampen, wie sie zum Beispiel in Kühlschränken, Pkw oder Fahrrädern zum Einsatz kommen. Der Verbraucher braucht dennoch keine Dunkelheit zu fürchten. So bietet der Handel schon jetzt eine ganze Reihe energiesparender Leuchtmittel als Alternative. Eine davon sind Halogenlampen, so Andreas Kaschuba-Holtgrave, Energieberater der Verbraucherzentrale Osnabrück:

“Eine Halogenglühlampe erzeugt das Licht etwa mit 30 Prozent besserer Effizienz. Und preislich liegt sie zwischen zwei und drei Euro. Also, wer den ersten Schritt zur Effizienz machen will, für den ist sicher die Halogenglühlampe ‘ne gute Lösung. Sie ist dimmbar, sie hat das volle Lichtspektrum wie die herkömmliche Glühlampe auch. Das ist also schon mal eine ganz gute Lösung.”

Zwar verbrauchen Halogenlampen gegenüber einer herkömmlichen Glühbirne bis zu 30 Prozent weniger Strom, doch bis 2016 sollen auch sie schrittweise verboten werden. Danach sind nur noch Halogenlampen der Energie-Effizienzklassen A und B zugelassen. Anders bei Energiesparlampen. Sie verbrauchen gegenüber einer herkömmlichen Glühbirne nur knapp ein Fünftel der Energie. Das macht sie auf den ersten Blick zu einer äußerst umweltfreundlichen Alternative, mit der sich dazu auch Geld und Strom sparen lässt.

Doch auch die Energiesparlampen stehen in der Kritik. Wegen ihres Quecksilbergehalts dürfen sie nicht wie Glühbirnen im Restmüll entsorgt werden, sondern müssen an speziellen Sammelstellen abgegeben werden. Das kalte, meist leicht bläuliche Licht der Energiesparlampen eignet sich zudem nicht für jeden Beleuchtungszweck. Nicht alle Energiesparlampen haben die gleiche Qualität. Andreas Kaschuba-Holtgrave erklärt, worauf man achten sollte, wenn eine Energiesparlampe ihren Zweck möglichst gut erfüllen soll:

“Ich würd mal sagen, das hängt ein bisschen mit dem Preis zusammen. Oder überwiegend auch mit dem Preis. Also, man sollte da nicht die allerbilligsten Systeme verwenden. Es hängt dann auch mit der Auswahl des Farbmaterials zusammen, wie effizient das dann wiederum auch umgewandelt wird. Ein dritter Aspekt ist dann die Lebensdauer. Auf vielen Packungen findet man eine Lebensdauer von 8.000, 10.000, 12.000 Stunden. Und die Erfahrung zeigt aber, dass ganz billige Kompaktleuchtstofflampen diese 10.000 Stunden überhaupt nicht erreichen.”

Oft beklagen Verbraucher, dass es nach dem Wechsel zur Energiesparlampe nicht mehr so hell wird wie zuvor bei einer herkömmlichen Glühbirne. Häufiger Grund sind die Unterschiede zwischen Watt und Lumen. Während bei Glühbirnen die Wattangabe den Stromverbrauch anzeigt, steht der Lumen-Wert bei Energiesparlampen für die eigentliche Helligkeit. So entspricht eine Energiesparlampe mit 415 Lumen in etwa einer herkömmlichen 40-Watt Birne. Dem Verbraucher bietet sich neben Halogen- und Energiesparlampen aber noch eine weitere Alternative zur Glühbirne. Dazu noch einmal Andreas Kaschuba-Holtgrave:

“Die neueste Entwicklung sind LED-Lampen, die ihren Ausgang so etwa Ende der 60er-Jahre genommen haben. Die ursprünglich nur so als kleine Lämpchen auf der Frontseite von Unterhaltungselektronik waren. Da hat man in den vergangenen 10, 20 Jahren deutliche Schritte noch mal hinbekommen im Hinblick auf die Breite der Lichtanwendungen und letztendlich auch in der Effizienz und im Preis. Und das sind auch diejenigen, die eigentlich das größte Potenzial haben was die Zukunft angeht.”

So liegt die Stromersparnis einer LED-Lampe gegenüber einer herkömmlichen Glühbirne bereits bei 80 Prozent. Dazu kommt eine deutlich längere Lebensdauer von bis zu 50.000 Betriebsstunden. Einziger Schwachpunkt der LED-Lampen sind die im Moment noch recht hohen Anschaffungskosten. Dennoch schätzen Experten, dass sich LED-Lampen in Zukunft zum gängigsten Leuchtmittel entwickeln werden.

(Abmoderation:)

Egal ob Halogenlampe, LED-Leuchte oder Energiesparlampe: Im Handel werden Glühbirnen auch nach ihrem Verbot noch einige Zeit erhältlich sein. Der Grund ist, dass Restbestände weiterhin verkauft werden dürfen.

Download

Download

Sag deine Meinung!

Kategorien